Bejo ist ein internationaler Produzent von Gemüsesaatgut, und Honigbienen sind vielleicht unsere wichtigsten Mitarbeiter. Wir halten unsere eigenen Bienen und sind international im Bereich der Bienenzucht und Bienenforschung aktiv. Außer an besseren Gemüsesorten arbeiten wir auch an der Verbesserung von Bienenvölkern.

Bienen spielen bei der Befruchtung von Pflanzen, unter anderem Nahrungspflanzen, eine wichtige Rolle. Damit eine Pflanze Früchte tragen oder Samen entwickeln kann, muss zunächst (männlicher) Pollen auf den Blütenstempel (weiblich) gelangen. Manche Pflanzenarten, unter anderem Rote Beete und Spinat, werden durch den Wind bestäubt, und andere, zum Beispiel Kopfsalat, sind selbstbestäubend. Aber viele der Pflanzen, die für unsere Lebensmittelversorgung wichtig sind, müssen von Insekten bestäubt werden.

Honigbienen: Meister der Bestäubung

In der Natur kommen zahlreiche Pflanzenbestäuber vor, darunter Hummeln und solitäre Wildbienen. Aber Honigbienen sind wahre Meister der Bestäubung. Sie verdanken ihre Effektivität der Tatsache, dass sie gezielt und in großen Mengen genutzt werden können. Jeder Bienenstock, den ein Bienenhalter in einem Feld aufstellt, enthält ein Volk mit ca. 20.000 bis 40.000 Bestäubern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Obstbauern und Erzeuger bestimmter Fruchtgemüse und Freilandfrüchte eng mit professionellen Bienenhaltern zusammenarbeiten.

Angesichts des Kerngeschäfts von Bejo sind wir uns der Bedeutung von Bienen ganz besonders bewusst, denn ohne Bestäubung gäbe es keine Samen. Wir erzeugen unser Saatgut in Gewächshäusern und auf Feldern auf der ganzen Welt und setzen dabei zehntausende Honigbienenvölker ein, die für uns „arbeiten“. „Bejo beschäftigt eigene Bienenhalter und ist im Bereich der Bienenforschung aktiv. Auf diese Weise können wir mehr Erfahrungen mit der Bienenhaltung sammeln und unser Wissen über Bienen und Bestäubung vertiefen“, sagt Youri Draaijer, der Koordinator der internationalen Forschung im Bereich Saatgutproduktion von Bejo. „Wir hoffen, mit unserer Forschungsarbeit mehr Erkenntnisse über die typischen Eigenschaften von Bienenvölkern und Bienenarten zu erhalten, unter anderem ihren Fleiß bei der Futtersuche und die Bereitschaft, Nektar zu sammeln, sowie ihren Drang, auszuschwärmen oder den Bienenstock zu verlassen. Aber der Schwerpunkt unserer Forschungsarbeiten liegt auf der Gesundheit der Bienen.“

Forschung und Auswahl zur Verbesserung der Bienengesundheit

Weltweit sind mehr Erkenntnisse und neue Entwicklungen auf diesem Gebiet dringend erforderlich, zum Teil, weil gesunde Bienen die besten Bestäuber sind und zum Teil, weil die Zahl der Bienenvölker im letzten Jahrhundert aufgrund des Bienensterbens kleiner geworden ist. Für diesen Verlust an Bienenvölkern gibt es mehrere Gründe. Eines der größten Probleme für die Honigbienen in westlichen Ländern ist die Varroa-Milbe, ein Parasit, der Bienenstöcke befällt und die Bienen schwächt oder tötet. Bienensterben kann auch die Folge von Erschöpfung in Bienenkolonien sein, die zu unermüdlich arbeiten - eine Situation, die unter dem Begriff Wintersterben bekannt ist. Als weitere mögliche Ursache der Verringerung der Zahl der Bienenvölker gelten Pestizide.

Nahrungsquellen und Auswahl

In unseren Studien untersuchen wir Möglichkeiten, um durch bestimmte Nahrungsquellen und bessere Bienenhaltungsverfahren stärkere Bienenkolonien zu entwickeln. Auch bei der Auswahl von Bienen mit den zum Aufbau neuer Bienenkolonien gewünschten Eigenschaften erzielen wir Fortschritte. Unsere wichtigste Aktivität ist die Auswahl und der Anbau von Pflanzen, um bessere Sorten zu erhalten. Bei der Bienenzucht verfolgen wird das gleiche Ziel: die Entwicklung von Bienenarten, die gute Leistungen erbringen und gut gedeihen.

„Die Schlüsselrolle der Bienen erinnert uns daran, dass die Nahrungsmittelerzeugung von der Natur und der Umwelt abhängt. Dieser Gedanke bestätigt die Bedeutung, die wir als ein Familienunternehmen der Nachhaltigkeit beimessen.“

John-Pieter Schipper

Einzigartige Position in der internationalen Bienenhaltung

Ein großer Teil unserer Forschungsarbeit ist bei Bejo Frankreich konzentriert, wobei diese Niederlassung eng mit den Imkereibetrieben von Bejo in den Niederlanden zusammenarbeitet. Auch in anderen Ländern, in denen wir unser Saatgut anbauen, laufen Programme auf diesem Gebiet.

In Neuseeland arbeitet Bejo mit Midlands zusammen, einem großen Saatguterzeuger und wichtigem Partner von Bejo. Allein schon für die Saatguterzeugung nutzt Midlands ungefähr 3.500 aktive Bienenstöcke. In Australien, wo wir derzeit unsere eigenen Bienenhäuser aufbauen, ist die begrenzte Anzahl von Bienen ein Problem. In Australien und Neuseeland besteht ein stärkerer Wettbewerb in Bezug auf Bienenkolonien, weil für bestimmte reine Honigsorten von spezifischen Pflanzen und Bäumen, beispielsweise Manuka und Leatherwood (Tasmanische Scheinulme), hohe Marktpreise gezahlt werden. Wir haben auch konkrete Pläne zum Aufbau unserer eigenen Bienenhäuser in den Vereinigten Staaten, und zwar in Verbindung mit einem Forschungsprogramm. In den USA arbeitet Bejo derzeit nur mit professionellen externen Imkereibetrieben.

Dank seiner weltweiten Aktivitäten hat Bejo eine einzigartige Position im internationalen Bienenhaltungssektor. Dadurch sind wir in der Lage, eine - auch im übertragenen Sinne - wertvolle „Fremdbestäubung“ zu leisten. Wir kooperieren mit Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten und tauschen Erkenntnisse und Erfahrungen mit Partnern in verschiedenen Teilen der Welt aus. Bei Bejo werden die Forschungsarbeiten in unserer eigenen internationalen Bee Group koordiniert, in der der ehemalige Geschäftsführer Ger Beemsterboer als treibende Kraft fungiert.

Bestäubung sicherstellen - jetzt und in Zukunft

Die Investitionen von Bejo in die Bienenzucht sind im eigenen Interesse des Unternehmens. „Wir brauchen gesunde Bienenvölker, um die natürliche Bestäubung unserer Anbaufelder jetzt und in Zukunft sicherzustellen“, sagt John-Pieter Schipper, CEO von Bejo. Andererseits, fügt er hinzu, liegt der Investition von Bejo in Bienen auch ein Gefühl der gesellschaftlichen Verpflichtung zugrunde: „Die Schlüsselrolle der Bienen erinnert uns daran, dass die Nahrungsmittelerzeugung von der Natur und der Umwelt abhängt. Dieser Gedanke bestätigt die Bedeutung, die wir als ein Familienunternehmen der Nachhaltigkeit beimessen.“

Bejo setzt sich für den Umweltschutz und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen ein. Auf dieser Grundlage arbeiten wir daran, bessere Wege zur Nutzung der natürlichen Bestäubung zu finden und die Gesundheit unserer Bienen zu verbessern.

Die Erforschung der Natur hört nie auf.